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Galerie Altes Rathaus

nonstop_buttonEingebettet in den zeitgeschichtlichen Kontext hat die Worpsweder Künstlergemeinschaft von Generation zu Generation neue Kunst hervorgebracht. Als überzeugte Vertreter der Freiluftmalerei haben die Gründer ihre Kunst vor der Folie der Moorlandschaft entwickelt. Bei ihren Nachfolgern dominieren – mehr oder weniger prägnant und zeitnah – Tendenzen der internationalen Kunst. Als das Künstlerdorf 1971 Stipendiatenstätte wird, entsteht eine zusätzliche Quelle für künstlerische Impulse, die nachhaltig wirkt.

Die kommunale Galerie Altes Rathaus zeigt im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts “Worpswede nonstop” drei Ausstellungen und präsentiert ausgewählte Arbeiten von rund 50 Künstlern als Querschnitt durch das Worpswede von heute. Den Auftakt macht „Land.schafft.Fotografie“, gefolgt von „Land.schafft.Malerei & Skulptur I + II”, die mit plastischen Arbeiten auch den Außenraum bespielen.

Viele der gezeigten Werke nehmen Bezug auf die hiesige Landschaft als prägendes Lebensumfeld der Künstler. Andere verdanken ihre Entstehung der bewussten Suche nach Inspiration außerhalb Worpswedes; vergleichbar der berühmten Vorgängerin Paula Modersohn-Becker, die zwischen Moor und Metropole, zwischen Worpswede und Paris, pendelte.

Land.schafft.Fotografie

6. Juni bis 6. Juli 2014

benhofDer Kreis der Worpsweder Fotografen war gegenüber den Vertretern der anderen Kunstsparten im Künstlerdorf von jeher überschaubar. Insofern präsentiert „Land.schafft.Fotografie“ mit 12 Akteuren nahezu geschlossen die zeitgenössischen Protagonisten auf dem Gebiet der Fotokunst, die bei einigen den Bereich der Videoinstallation berührt. Der motivische Spannungsbogen reicht von der Auseinandersetzung mit der klassischen Worpsweder Landschaft samt ihren dramatisch getürmten Wolken (Jürgen Kampa) über der selektiven, dokumentarischen und kritischen Blick (Klaus Benhof, Rüdiger Lubricht, Dr. Helmut Stelljes, Jost Wischnewski) bis hin zur raffiniert verfremdeten Landschaft (Hans-Jürgen Fuchs, Paul Mahrt, Klaus Oberer, Jörg Rakowski, Jürgen Strasser) die von Überblendung und Abstraktion lebt.Heimische Natur und fremde Reiseimpressionen (Fritz Dressler, Gabi-Anna Müller) bis hin zum Thema der Stadtlandschaft begegnen sich ebenso wie grafisches Schwarz-Weiß und malerisch wirkendes Farbspiel.

 

FischerLand.schafft.Malerei & Bildhauerei I + II

13. Juli bis 10. August und 16. August bis 14. September 2014

Einige der Worpsweder Stipendiaten, etwa die Malerin Frauke Migge, der Bildhauer Waldemar Otto und die Malerinnen Margaret Kelley und Ivanka Svobodova-Rinke, haben sich unter dem Eindruck ihres Aufenthaltes entschieden, hier sesshaft zu werden. Gemeinsam mit Kollegen, die vielfach auch schon 20 Jahre und mehr ihren Lebensmittelpunkt in Worpswede haben, verkörpern sie die Künstlergemeinschaft der Gegenwart, die nach wie vor Kunstschaffende anzieht.

Während die Bildhauer Bernd Altenstein, Gisela Eufe und Christoph Fischer sich mit Ateliers und Skulpturengarten gut sichtbar im alten Ortskern angesiedelt haben, lebt und arbeitet die Mehrheit bewusst zurückgezogen. Wer von den Jüngeren künftig als wichtiger Repräsentant der gegenwärtigen Worpsweder Kunst angesehen wird, ist derzeit offen. Spannend zu beobachten ist jedoch, was die Gegenüberstellung von alt und neu offenbart: Landschaft und Natur haben als Themen ihre Relevanz bewahrt.

Es finden sich Birken als typisch norddeutsche Erscheinung, schnurgerade Wasseradern, wie sie das Moor durchziehen und idyllische Mondnächte neben Anspielungen auf Witterung und Jahreszeiten. Ob naturalistisch oder abstrakt in der Gestaltung, bestimmte Farben und formale Bildaufbauten klingen immer wieder an. Besonders die Waagerechte drängt sich als Spiegel der allgegenwärtigen flachen Niederungslandschaft auf. Es ist der Horizont, der eine bemerkenswerte Konstante bildet und dem Dichter Rainer Maria Rilke Recht gibt: “Die Ebene ist das Gefühl, an dem wir wachsen.” (RMR, Worpswede, 1902)

Die beiden Ausstellungen zu Land.schafft.Malerei & Bildhauerei gehen diesem Phänomen nach und verfolgen gleichzeitig den Aspekt der lokalen und der externen Inspiration. Ausgewählte Werke von gut 40 Künstlern zeigen so die reiche Bandbreite der Worpsweder Gegenwartskunst.

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Galerie Altes Rathaus
Bergstraße 1
27726 Worpswede
geöffnet Di – Fr 14 -18 Uhr
Sa + So 11 – 17 Uhr
Tel. 04792- 9878919